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Die panafrikanischen Farben

Die panafrikanischen Farben sind Grün, Gelb und Rot. Sie werden in vielen afrikanischen Nationalflaggen verwendet und drücken das Zusammengehörigkeitsgefühl dieser Nationen aus. Häufig wird auch Schwarz verwendet, nach den klassischen Farben der Back-To-Africa-Bewegung von Marcus Garvey (Rot, Schwarz und Grün). Auch das Emblem der Afrikanischen Union verwendet die panafrikanischen Farben (mit Gold statt Gelb).

Vorbild für die panafrikanischen Farben waren die Farben Äthiopiens, des einzigen unabhängigen Landes Afrikas, die schon im 19. Jahrhundert verwendet wurden und wohl durch Vereinigung dreier Wimpel entstanden waren, und die Flagge Ghanas, bei der der panafrikanische Gedanke erstmals bewusst zum Ausdruck kam.

Äthiopien ist der älteste unabhängige Staat Afrikas. Zwischen 1894 und 1898 wurden die in der koptischen Volkskunst beliebten Farben Grün, Gelb und Rot in einer waagerecht gestreiften Trikolore nach europäischem Vorbild zusammengefügt. Die offizielle Deutung der einzelnen Farben lautet:

  • Grün steht für die Fruchtbarkeit des Heimatbodens.
  • Gelb steht für die Liebe zum Vaterland.
  • Rot steht für das Blut, das für das Heimatland vergossen wurde.

Im Kaiserreich war den Farben folgende Bedeutung zugeschrieben:

  • Grün war das Symbol des Landes
  • Gelb stand für die Kirche, Frieden und natürlichen Reichtum
  • Rot war die Farbe der Kraft und des Blutes der Patrioten

Manches spricht dafür, dass die äthiopische Flagge das Vorbild für die panafrikanischen Farben gewesen ist. Ihr relativ hohes Alter, ihre Rolle als Symbol des ältesten Staatswesens auf afrikanischem Boden, ihre eingängige Sinngebung, die auch auf andere Länder übertragen werden konnte, mag diese Übernahme erleichtert haben.

Mit der Erlangung der Unabhängigkeit im Jahr 1957 übernahm Ghana eine neu geschaffene Nationalflagge mit der umgekehrten Reihenfolge. Diese Farben kehrten auch in der Einheitsflagge, der zwischen Ghana und Guinea im Jahr 1958 vereinbarten Union afrikanischer Staaten wieder.

Die Flaggen der Zentralafrikanischen Republik und Südafrikas zeigen die panafrikanische Farben zusammen mit den klassisch europäischen Farben Rot, Weiß und Blau. Die Zentralafrikanische Republik verweist damit auf die Trikolore der Kolonialmacht Frankreich, in Südafrika will man damit neben der schwarzen so auch der weißen Bevölkerungsgruppe in seiner Flagge Rechnung zu tragen.

Aktuelle Nationalflaggen mit den panafrikanischen Farben

Äthiopien

Die Flagge Äthiopiens entstand wahrscheinlich durch die Vereinigung dreier Wimpel in den in Äthiopien beliebten Farben grün, gelb und rot (die in Anlehnung an die Flagge Äthiopiens auch die Panafrikanischen Farben wurden).

Benin

Die Flagge Benins wurde 1958 als Flagge des damaligen, von Frankreich autonom gewordenen Dahomey eingeführt und auch nach der Unabhängigkeit 1960 beibehalten.

Burkina Faso

Die Flagge Burkina Fasos wurde 1984 offiziell eingeführt. Rot steht für das von den Märtyrern der Revolution vergossene Blut, Grün für die Fruchtbarkeit des Landes und der gelbe Stern ist der symbolische Leitstern für die demokratische Volksrevolution.

Eritrea

Die Flagge Eritreas wurde 1993 eingeführt. Grün steht für die Fruchtbarkeit des Landes bzw. die Landwirtschaft, Blau steht für den Meeresreichtum, Rot steht für das vergossene Blut des Freiheitskampfs.

Ghana

Vorbild der Flagge Ghanas war die Flagge Äthiopiens, deren Farbgebung umgekehrt wurde.

Guinea

Die Flagge Guineas ist der französischen Trikolore entlehnt, da das Land bis zu seiner Unabhängigkeit im Jahre 1958 französische Kolonie war.

Guinea-Bissau

Die Flagge Guinea-Bissaus ging aus der Fahne der Unabhängigkeitsbewegung PAIGC (Partido Africano da Independência da Guiné e Cabo Verde) hervor, welche die panafrikanischen Farben Rot-Gelb-Grün verwendete. Nach Erlangung der Unabhängigkeit im Jahre 1973 wurde der Schriftzug PAIGC unter dem schwarzen Stern entfernt.

Kamerun

Vorbild für die senkrecht geteilte Flagge Kameruns ist die französische Trikolore.

Republik Kongo

Die Flagge der Republik Kongo wurde ursprünglich 1959 eingeführt und, nach einer Phase mit einer sozialistisch geprägten Flagge, 1991 wiederhergestellt.

Mali

Die Flagge Malis ist an die französische Trikolore angelehnt, und erinnert an die französische Kolonialzeit. Die ursprüngliche Flagge der Malis wurde am 4. April 1959 angenommen, und trug in der Mitte eine schwarze Menschenfigur, das so genannte Kanaga-Symbol.

Mosambik

Die Flagge Mosambiks basiert auf der alten Flagge der Freiheitsbewegung FRELIMO.

São Tomé und Príncipe

Die Flagge von São Tomé und Príncipe basiert auf der 1972 eingeführte Flagge der Unabhängigkeitsbewegung MLSTP.

Senegal

Die Flagge des Senegal ist offensichtlich von der französischen Trikolore inspiriert und drückt die Verbundenheit mit Ghana und Guinea aus.

Simbabwe

Die Flagge Simbabwes zeigt sieben Balken in den Farben Grün, Gold, Rot, Schwarz, Rot, Gold, Grün und vom Schaft abgehend ein weißes, schwarzgerändertes eingesprengtes Dreieck mit einem roten fünfstrahligen Stern, belegt mit einem goldenen, nistenden und zum Schaft gewendeten Vogel.

Togo

Die Flagge Togos ging aus einem Flaggenwettbewerb hervor. Die Sieger Ahyi Paul und ein weiterer Landsmann wählten bewusst die panafrikanischen Farbe.

Tschad

Die Flagge des Tschad ist eine Kombination aus französischer Trikolore und panafrikanischen Farben.

Zentralafrikanische Republik

Die Flagge der Zentralafrikanischen Republik ist ebenfalls eine Kombination aus französischer Trikolore und panafrikanischen Farben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Quellen

Bildernachweis

Weblinks